Die IT-Branche ist schnelllebig. Neue Entwicklungen stellen auch Juristen immer wieder vor neue Herausforderungen. Nutzer und Abieter von neuen Technologien stellen sich häufig nicht die richtigen Fragen und übersehen Problemfelder. Gerade bei der Nutzung von neuartigen Angeboten.
Eine neue Entwicklung bzw. Technologie ist das sog. "Cloud Computing", die sämtliche IT-Funktionen über die "Cloud" bereitstellt. Kurzgesagt ist Cloud Computing ein gebündeltes Dienstleistungsangebot, welches eine Vielzahl von Angeboten zusammenfasst. So werden Rechenleistung, Speicherplatz, E-Mail Funktionen und ganze Softwareapplikationen via Cloud Computing angeboten. Der Unterschied zum herkömmlichen Application Service Providing (ASP) liegt in der hochgradigen Skalierbarkeit der Angebote. Der Kunde benötigt lediglich minimal ausgestattete Host-Rechner und einen Internetzugang. Der ganze Rest wird von der Cloud erledigt, die man einfachausgedrückt als einen dynamischen Rechner- und Netzwerkverbund bezeichnen könnte.
Anwendungen inklusive CPU-intensive Berechnungen laufen vollständig innerhalb der Cloud ab. Das Host-System dient lediglich als Empfänger bzw. als Fernsteuerung für die Cloud. Gerade der Gaming-Sektor erkennt hier neue Möglichkeiten für sich. Hardwareintensive "Games" werden vollständig innerhalb der Cloud berechnet, um dann auf das Host-System des Kunden übertragen zu werden. Um hier Input Lags zu vermeiden, errichten Anbieter wie On Gaming derzeit in den USA eine regelrechte Batterie von Rechenzentren. Auch die Verkaufsplattform Steam bietet bereits eine rudimentäre Cloud an. Spielstände werden zentral in einer Cloud gespeichert, damit der Nutzer an jedem Standort Zugriff auf seine Spielstände hat.
Für den bekannten Browser Firefox ist soeben das Add-On "Weave" erschienen, welches Browsereinstellungen des Nutzers auf unterschiedlichen Nutzungsorten synchron hält. Auch dies ist letztlich ein rudimentärer Cloud Dienst. Hinzuweisen wäre letztlich auch noch auf den Mobile Me Dienst der Firma Apple Computer.
Im Ergebnis enthält Cloud Computing Versatzstücke aus dem IT-Outsourcing und ASP-Anwendungen. Cloud Computing wirft jedoch insbesondere datenschutzrechtliche Fragen auf. Wo werden überhaupt personenbezogene Daten gespeichert? Und wo private E-Mail Nachrichten? Liegt eine Auftragsdatenverarbeitung vor? Welche Voraussetzungen müssen Anbieter von Cloud Computing dann eigentlich erfüllen? Und gerade beim IT-Outsourcing sind in der Vergangenheit zahlreiche Fehler gemacht worden, die im Rahmen der neuen Technologie vermieden werden sollten. Denn für Anwender bzw. für Unternehmen bietet Cloud Computing eine Chance, um ihre IT-Infrastruktur zu entschlacken und um sie effizienter zu gestalten. Hierbei müssen aber auch die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sein.
